
Der Stoff ist interessant, die Fakten sind gründlich recherchiert, die Geschichte gut erzählt, der Text brillant geschrieben. Die handwerklichen Qualitäten des guten Journalismus sind bekannt, vielfach publiziert und grundsätzlich unbestritten. Alles gute Handwerk nützt aber wenig, wenn das Publikum die journalistische Leistung nicht annimmt, weil es grundsätzlich Vorbehalte hat: Gegenüber dem Wahrheitsgehalt, der Seriosität, der Lauterkeit der Absichten, der Unparteilichkeit, dem Stil. Journalismus funktioniert aber nur, wenn er auch auf Glaubwürdigkeit beim Publikum aufbauen kann.
Der Journalismus muss hinterfragen, in schummrigen Sphären der Gesellschaft leuchten, Schwachpunkte aufdecken, Missstände aufzeigen, verunsichern, kritisieren. Wir nennen das die gesellschaftliche Kontroll- und Kritikfunktion. Die Demokratie kann auf diese Funktion und damit auf den Journalismus nicht verzichten, ohne Schaden zu nehmen. Der Journalismus wiederum kann diese Aufgaben nur wahrnehmen, wenn er glaubwürdig ist. Die Glaubwürdigkeit ist das größte Kapital des Journalismus. Deshalb, so die etwas simple These, ist Journalismus dann guter Journalismus, wenn er zur eigenen Glaubwürdigkeit beiträgt.
Philipp Cueni, Basel - Preisträger Akademie für Publizistik / Ausschnitt aus "Der G-Faktor im Journalismus: Was ist heute guter Journalismus?
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GlückAuf
Markus Henkel


