
Das Motto steht bereits: "Connected Worlds" soll auf der diesjährigen Technik-Messe CeBIT in Hannover Technologien wie DSL, Video-Streaming, HDTV, Gaming und NAS zusammenfließen lassen. Wie jedes Jahr informiert die "CeBIT-Preview" in Hamburg zuvor über die Highlights aus der Messestadt - gegenüber 2009 gab es dieses Mal sogar einige Hingucker.
Den Anfang machte BUFFALO. Der Netzwerkspezialist stellte seine Neuheiten gegenüber den anderen Ausstellern in einem separaten Raum des Nobelhotels Grand Elysée aus. Gemeinsam mit Kollege Jan Johannsen viel mir gleich zu Beginn die "Dualie" auf. Laut BUFFALO die weltweit erste kombinierte Speicherlösung und Dockingstation für Apples iPhone und iPod. Dualie ermöglicht somit die Synchronisation und das Aufladen der Apple-Geräte, bei gleichzeitig uneingeschränktem Zugriff auf die ebenfalls im Dock befindliche 500 Gigabyte Festplatte. Auf die 500 Gigabyte können ausschließlich Apple-User per USB-2.0 oder FireWire 400/800 zugreifen. Ich persönlich fand das Gerät wirklich hübsch, doch ob es gegen herkömmliche Speichergeräte ankommen wird bleibt abzuwarten - auch weil die Daten lediglich mit einem Mac auszulesen sind.

Dockingstation Dualie von BUFFALO

Dockingstation Dualie in der Seitenansicht

Auch von hinten macht die Dualie eine gute Figur
Doch der Netzwerkler aus Japan setzt nicht nur auf einfache Speicherung. Mit dem LinkTheater - Digital Media Player versucht der Hersteller noch weiter in das heimische Wohnzimmer vorzudringen. Zuletzt erwies sich die LinkStation-Serie als multimedialer Heim-Center. Der mit dem W-LAN-N-Standard ausgestattete Player streamt Multimediadaten per DLNA-Medienserver - es werden also NAS-, PC- und USB-Massenspeichermedien in das Heimnetzwerk automatisch gehängt. Die so genannte "Digital Living Network Alliance" (DLNA) stellt sicher, dass die Interoperabilität technischer Geräten unterschiedlicher Hersteller gewährleistet ist. Bei der Vorführung staunte ich tatsächlich etwas: Ganz ohne Computer können Inhalte von beispielsweise einem Camcorder direkt auf eine am USB-Port angeschlossene Festplatte überspielt werden. Auch die im Netzwerk eingebundenen Speicher wurden bei der Präsentation automatisch - so fern diese freigegeben sind - erkannt und auf dem angeschlossen Fernseher angezeigt. Natürlich ist es möglich, während des jeweiligen Streams, mit einem Rechner auf das Netzwerk zuzugreifen. Der Player unterstützt HDMI, 720p und 1080i, handelsübliche Festplatten, LAN, WLAN, besitzt zwei USB 2.0 Anschlüsse, eine HDMI-Videoschnittstelle und Audio- und Videoanschlüsse. Das Abspielen erfolgte schnell und flüssig.

LinkTheater-Digital Media Player von BUFFALO
Dass selbst NAS-Geräte immer kleiner werden zeigt die LinkStation "Duo", welche ebenfalls von BUFFALO stammt. Das Besondere: Auf kleinsten Raum sind in ihr vier Terabyte untergebracht. Für den Heimanwender absolut ausreichend um seine Musik-, Bilder- und Videosammlungen zu sichern. Sicher deswegen, weil das Gerät als RAID verwendbar ist: es spiegelt die Hauptplatte eins zu eins. Die Station ist mit der Quick-Swap-Funktion, eine defekte Festplatte kann während des laufenden Betriebes einfach herausgezogen und ausgetauscht werden, ausgestattet und hat dafür auch seinen Preis. Satte 260 Euro kostet der smarte Speicherriese.

LinkStation Duo von BUFFALO
ASUS, MSI und andere Verdächtige
Nach etwa einer Stunde Vorführung war es an der Zeit sich zu verabschieden. Schließlich tummelten sich ein Stockwerk tiefer bekannte Namen wie MSI, ASUS und Fujitsu. MSI etwa war mit ihrem "Windtop AE2220 Multi-Touch" angereist. Der Touchscreen-PC mit Windows 7 machte bei seiner Vorführung ein "fast" ausgereiften Eindruck. "Fast" weil es meines Erachtens keinen Sinn macht, einen herkömmlichen PC per Stift zu bedienen. An einigen Stellen stockte die Bedienung per Stift noch zu sehr. Die Möglichkeit allerdings bringt vielleicht die Technik an sich in ein bedienerfreundliches Umfeld. Im Bereich Net- und Notebooks passiert bei MSI erst einmal nicht so viel. Die Vorgestellten Geräte überzeugen lediglich mit der angegebenen Akku-Laufzeit von bis zu neun Stunden.

Der MSI Stand auf der CeBIT Preview

Windtop AE2220 Multi-Touch

Windtop AE2220 Multi-Touch mit Tastatur

Windtop AE2220 Multi-Touch und seine Anschlüsse

Kollege Jan Johannsen am MSI Stand
Auch ASUS versucht sich im Multimedia-Bereich. Doch gegenüber MSI setzt man nicht auf Multitouch, vielmehr auf schwergewichtige Alleskönner in edler Verpackung. Das "NX90" überzeugt im Design, welches vom B&O Chef-Designer David Lew entworfen worden ist. Die Bang&Olufsen ICEpower Sondtechnologie konnte ich am Stand leider nicht bewundern. Ein wichtiges Bauteil ist leider in Vegas auf der CES liegen geblieben. Genaue Spezifikationen sind bis zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht bekannt. Der fünf Kilo schwere Koloss wird aber eher etwas für zu Hause sein. Ein weiterer interessanter Hingucker des Kilogranen waren die beiden Touchpads links und rechts - eines für Rechts- und das andere für Linkshänder.
Auch nicht für den ständigen mobilen Einsatz geeignet ist das "G73Jh" - aus der Republic of Gamers Serie Notebook. Doch wer gerne mal unterwegs spielen, in satter Full HD Auflösung seine BluRay-Sammlung genießen möchte, kommt an dem ebenfalls mit Windows 7 ausgestatteten Gaming-Notebook nicht vorbei. Was klar überzeugte war das mit LED-Backlight betriebene 17 Zoll große Display - welches in spiegelnder und matter Ausführung ausgeliefert wird.

Der Kilograne: NX90 für Anspruchsvolle

NX90: Eines der beiden Touchpads

NX90 und dessen Anschlussmöglichkeiten

Gaming Notebook G73Jh von ASUS

Gaming Notebook G73Jh macht auch von hinten eine gute Figur
In Reichweite: Cloudcomputing
Große Displays, lange Akku-Laufzeiten, Touchscreen-PCs. Doch wo bleibt eigentlich das richtige Highlight? Das soll nun folgen. Ganz dezent und fast schon im Tumult untergehend kam ich am Stand von Fujitsu vorbei. Ich schaute beim vorbeigehen auf deren Ausstellungsstücke und fand die Auswahl recht überschaubar. "Das kann ja eigentlich nicht lange dauern", dachte ich. So standen lediglich drei Geräte auf dem Tisch. Zu aller erst bestaunte ich das Tablet "T900" mit neuem Core Insider Prozessor von Intel. Dieser verspricht viel Leistung bei hoher Energieeffizienz. Das Display verstand es mit Fingergesten Bilder zu drehen - mit ein wenig Übung klappte es fast so gut wie auf dem Touchpad eines Macbooks. Es ist zwar nicht das leichteste Book, doch die individuelle Ausstattung lässt es wieder mobiler erscheinen. Das T900 kann bis zu acht Gigabyte DDR3-RAM-Speicher in sich aufnehmen und erfreut sich zudem über einen Grafik-Chipsatz QM57 von Intel. Neben dem Tablet nahm das Notebook "S710" mit Mausrad als Touchpad Platz. Mit ur 2,15 Kilogramm zählt es zweifelsohne zu den Leichtgewichten unter den 14 Zollern. Der Akku soll volle zehn Stunden halten - natürlich bei angemessener Anwendung.

Der Tablet PC T900 von Fujitsu

S710: Touchpad mit Mausrad
Doch was mich wirklich faszinierte war Fujitsus "Zero Client". Es handelt sich dabei um eine Frontend-Lösung, die sämtliche Vorzüge eines Thin Client besitzt, also dem eines Endgerätes, dessen funktionale Ausstattung auf die Ein- und Ausgabe beschränkt ist. Der Begriff Cloud kam mir dabei sofort in den Sinn. Der Client ist lediglich mit einem Kabel für Strom und LAN ausgestattet. Er benötigt laut Hersteller weder Betriebssystem noch Prozessor, weder Applikationen noch lokale Datensicherung. Diese eigentlich bekannten und meist benötigten Dinge liegen in der so genannten Cloud, auch Wolke genannt. So stellt der Zero Client nur die Verbindung zur virtuellen Maschine her. Ein kostspieliges Management fällt damit flach. Und damit rückt die Cloud immer mehr in den Mittelpunkt der IT. Fujitsu aber versucht seine Clients vorerst im Business-Bereich einzusetzen. Wann diese Technik für den Heimbereich erwähnenswert ist, steht allerdings noch in den Wolken.

Der Zero Client setzt auf die Wolke...

...und braucht dabei nur wenig Kabel
Und was war noch los? Ach ja. Der rosa Riese, die Telekom, war auch vor Ort. Doch warum man pünktlich zur Preview keinerlei Informationsmaterial bereithält blieb bis heute unbeantwortet. "Unsere Produkte kennt doch eh schon jeder", versicherte mir die Dame am Stand. "Das mag schon sein", erwiderte ich. "Trotzdem scheint sich niemand für ihre Produkte zu interessieren - vielleicht hilft da die richtige Information?" Das Ergebnis: Der Stand blieb über weite Strecken leer - auch weil es nichts Neues bei der Telekom gibt.

Der Stand der Telekom: Nichts Neues, nichts los
Neben einigen tollen Geräten konnte vor allem das Ambiente überzeugen. Neben nackten rauen und Männern sahen die Stände besonders sexy aus. Doch versuchen wir zu guter Letzt das Hightech-Aufgebot zu vernetzen. Egal ob NAS, PC, Multimediaplayer oder Dockingstation: Äußerlich erkennt man meist nur noch den heimischen Bildschirm. Doch durch die vielen Möglichkeiten der Vernetzung bekommt das "vernetzte Wohnzimmer" eine völlig neue Bedeutung. Vernetzte Neuheiten also, die die Besucher der CeBIT vom 2 - 6 März 2010 erleben können.

Das Ambiente war ein wahrer Hingucker...

...brachte den einen und anderen Gast zum Schmunzeln


